2010-03-24

weil sie anders ist...

Sie liegt auf dem Boden
Drückt ihren zerrissenen Bär ganz fest an sich
Ihr Blick ist leer...schweift in die Ferne
Tränen, die nicht trocknen wollen, rollen immer noch über ihr schmutziges Gesicht

Sie hat diese Männer kommen hören
Ihre Schritte waren schwer und fest
Und ihre Stimmen waren laut
Das hat diese Männer schon von vornherein so angsteinflößend gemacht
Und als sie dann auch noch bei ihr stehen blieben
Da begann ihr Herz zu rasen
Die Männer schrien sie an, doch sie verstand nicht was sie sagten
Die Panik war zu groß und die Stimmen zu durcheinander
Schützend hielt sie ihren Teddybär vor sich
Doch der Eine entriss ihr diesen, warf ihn auf den Boden
Ein Anderer griff ihr in den Nacken
Zog sie auf den Boden und schlug auf sie ein
Während die Anderen rund herum standen und in einen Gesang des Ansporns einstimmten
Dann starteten diese auch einen Angriff, traten mit Füßen auf sie ein
Sie krümmte sich, die Schmerzen wurden immer schlimmer
Ihre Lippen platzten auf, warmes Blut rann aus ihrer Nase
Sie lag da und musste wehrlos das alles über sich ergehen lassen
Widerstandslos alles hinnehmen und schlucken
Zu groß die Angst sich zu wehren oder los zu schreien
Es wäre zwecklos, die Tritte und Schläge würden nicht vergehen
Augen schließen und warten...auf das Ende...das Ende von allem
Plötzlich waren sie weg....Stille...Unbehagende Leichtigkeit
Sie öffnete die Augen...niemand zu sehen
Überall nur Schmerzen...überall nur Blut

Nun liegt sie da
Allein gelassen...liegen gelassen
Sie erinnert sich daran, wie die Mutter immer sagte
Sie solle vorsichtig sein...sie sei eben anders
Es gäbe Menschen, die hätten eine Meinung
Und diese Meinung hätte etwas gegen sie... gegen ihr Anders-sein
Hass, Wut...Abneigung
Sie würde nicht in das Weltbild dieser Menschen passen
Sei Dreck für diese Menschen...sei Abschaum...sei eine Zumutung

Doch sie ist erst 5 Jahre alt
Sie hat nie verstanden
Und nun fragt sie sich ...
Warum?
Was habe ich diesen Menschen angetan?
Weder habe ich sie beleidigt... noch habe ich sie geschlagen
Sie nicht verleugnet... oder gar ihnen den Tod gewünscht!
Wieso also ich? "
Wieder fließt salziges Wasser über ihr Gesicht
Wieder überall nur Schmerz
Als würden sich tausend Nadeln in ihren zierlichen Körper fressen
Regungslos...Bewegungslos
Ihr kleines Herz, zerbrochen, schlägt noch ganz leise
Sie schließt die Augen...versteht die Welt nicht mehr
Will vergessen
Will am liebsten nicht mehr sein

1 Kommentar:

  1. Erinnert mich an einen Erfahrungsbericht aus einem Buch, das ich gelesen habe. Genauso grausam und unvorstellbar. Und leider doch so alltäglich.

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